Kräuterheilkunde
 

Bei der Kräuterheilkunde ist ganz entscheidend, dass der Therapeut, das Heilmittel (die Pflanze) wirklich kennt. Er sollte ein wirkliches Wissen über die Pflanze besitzen. Dieses Wissen, sollte aber nicht bei äußeren Merkmalen stehenbleiben (lateinischer Name, Pflanzengruppe, usw.), sondern der Therapeut sollte das Wesen der Pflanze kennen. Wie wirkt diese Pflanze?

Dazu ist es notwendig, sich intensivst mit dem Heilmittel auseinanderzusetzen und dies über einen längeren Zeitraum.

Zum Wissen über das Heilmittel Pflanze, sollte idealerweise ein Wissen über den Menschen hinzukommen. Was braucht dieser Mensch wirklich? Dieses Wissen über den Menschen kann nicht in Erfahrung gebracht werden, wenn der Therapeut, bei den Symptomen stehen bleibt. Es ist hier eine ganzheitliche Sichtweise erforderlich. Der Mensch hat nicht nur einen Körper, sondern auch eine Seele und einen Geist. Die Symptome sagen wenig über die Ursache der Krankheit aus, sondern spiegeln eher ihre Auswirkung.

Wenn der Therapeut weiß wie das Heilmittel wirkt und was der Patient braucht, ergibt sich eine sinnvolle Synthese, von Heilmittel und notwendiger Menschenkenntnis.

 

Beispiele über die Wirkung von pflanzlichen Heilmitteln:

Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Der Name Johanniskraut kommt daher, da die Pflanze zur Zeit von Johanni (Mitte des Sommers) überall in Blüte steht. Das Johanniskraut, nimmt das Licht und die Wärme der Sonne, in optimaler Form in sich auf.

Diese Eigenschaft der Pflanze (Träger von Licht und Wärme), macht man sich therapeutisch zu Nutze, in dem man Johanniskraut bei Depressionen verabreicht.
Durch das sonnige Wesen der Pflanze, wird beim Menschen eine Belebung der Seelenkräfte bewirkt. Bei leichten bis mittelschweren Depressionen, wird Johanniskraut, schon seit vielen Jahren mit Erfolg eingesetzt.

Arnika (Arnica montana)

Arnika wächst am besten auf kalkarmen Moorböden und ungedüngten Bergwiesen. Sie ist keine große, aber sehr kräftige Pflanze, die auch den unwirtlichen Bedingungen des Gebirges stand hält.

Ihre von weitem sichtbaren gelben Blütenblätter, machen einen eher „zerzausten“ als geordneten Eindruck. Jede Arnikablüte ist anders, ganz „individuell“ geformt.

Arnika ist sehr hilfreich bei mechanischen Einwirkungen auf das Gewebe - stumpfe Traumen -  wie Zerrungen, Quetschungen, aber auch Muskelkater. Arnika ist eine sehr sonnenhafte und lichtreiche Pflanze, bei stumpfen Verletzungen wird das betroffene Gewebe wieder durchlichtet, damit können bei Verletzungen, die Stoffwechselprozesse wieder angeregt und harmonisiert werden. Arnika hat eine abschwellende, durchblutungsfördernde Wirkung und somit wird die Heilung beschleunigt.

Laut Rudolf Steiner kann Arnika hinsichtlich Nerven- und Rückenmarkserkrankungen (besonders bei entzündlichen Formen) sehr hilfreich sein. Durch eine Nervenerkrankung treten die aufbauenden, sprießenden Lebenskräfte sehr zurück, der Nerv hat dabei geradezu eine Tendenz zum Zerfall, zum Zerbröckeln, wie Steiner sich ausdrückt. Ein Heilmittel das die Zerfallstendenzen aufhalten kann ist Arnika. In der Arnikapflanze  liegt eine ganz spezielle Form der Kieselsäure vor, die eine Affinität zum menschlichen Nervensystem hat. Höher potenzierte Arnikainjektionen bewirken in den meisten Fällen, dass der Kranke von sich aus sogar den Drang verspürt, etwas gegen seine „Nervenzustände“ zu tun. Eine Nervenerkrankung wirkt meistens sehr schwächend auf das ICH und das Bewusstsein des Patienten, doch gerade jetzt wäre ein starkes ICH und Bewusstsein erforderlich, um dem Zerfall entgegenzuwirken. Das Heilmittel Arnika kann hier unterstützend eingreifen und somit eine Entlastung, für das geschwächte ICH und Bewusstsein darstellen.  


Weißdorn (Crataegus)

Weißdorn ist ein Rosengewächs der meistens an den Waldrändern gedeiht. Er ist auf der einen Seite eine sehr vitale Pflanze (blüht sehr kräftig), die sich gerne ausbreitet, auf der anderen Seite beschränkt er sich in seinem Wuchs, indem er viele spitze Dornen ausbildet. Der Weißdorn ist daher  ein Sinnbild für die Vitalkräfte, aber auch für die starken Formkräfte. Er kann daher in beide Richtungen regulierend wirken. Der Weißdorn wird vor allem bei Herzkrankheiten verabreicht, es werden sowohl die Blätter, Blüten und Früchte verwendet. Als Heilpflanze für das Herz ist der Weißdorn schon seit mindestens 2000 Jahren bekannt. Er wird hauptsächlich für das Altersherz verwendet, um die nachlassenden Vitalkräfte und eventuell auftretende Rhythmusstörungen zu regulieren. Ganz allgemein wird das Herz durch Weißdorn wieder gekräftigt. Auch bei Blutdruckschwankungen wirkt Weißdorn einerseits durch seine Vitalkräfte und andererseits durch seine Formkräfte, ausgleichend und normalisierend.


Ringelblume (Calendula officinalis)

Die Ringelblume ist ein starkes Heilkraut, das vom Mittelmeergebiet kommt und seit langem in den heimischen Gärten anzutreffen ist. Ein Charakteristikum der Ringelblume sind die starken Wucherkräfte (Schuttplätze und steinige Gegenden sind bevorzugte Plätze der verwilderten Form).

Als charakteristisch kann man auch die fast geometrisch angeordnete Blüte (im Gegensatz zur Arnika) mit dieser wunderbaren, leuchtenden rot-gelben Farbe bezeichnen. Die Ringelblume steht für die Wundheilung (eiternde, entzündete, schlecht heilende Wunden).

Die sehr vitalkräftige, durch die Blütenform aber auch sehr strukturierte Pflanze sorgt dafür, dass substanzerneuernde Kräfte, in einem genau bemessenen Ausmaß, das Gewebe neu bilden (zu planlos wuchernde Kräfte wären einer Wundheilung abträglich). Bei Magengeschwür, entzündlichen Schwellungen drüsiger Organe (Ohrspeicheldrüse, Bauchspeicheldrüse etc.), sowie Venenentzündungen, ist die Ringelblume sehr hilfreich.

Von ihren Inhaltsstoffen her gilt die Ringelblume als schweißtreibend, ausschwemmend über die Nieren, krampflösend - bei glatter Muskulatur, entwurmend und die Monatsblutung anregend.

 




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© Rupert Wieder.....