Osteoporose
 

Die Osteoporose ist die häufigste stoffwechselbedingte Knochenerkrankung. Es kommt zu einem Verlust von Knochenmasse und Knochenstruktur, damit ist die Funktionsfähigkeit des Knochen beeinträchtigt. Die Ursachen dafür sind sehr unterschiedlich.

Physiologisch nimmt die Knochenmasse in den ersten 3 Lebensjahrzehnten beständig zu. Mit dem Ende dieses Lebensabschnittes kommt es zu einem allmählichen, kontinuierlich einsetzenden Knochenmassenverlust. Sowohl ein mangelhafter Aufbau von Knochenmasse bis zum 30 Lebensjahr als auch ein schnellerer Knochenmassenverlust danach (bzw. eine Kombination aus beidem) kann zu einer geringeren Knochenmasse führen.

Zu den wichtigsten äußeren Faktoren, welche einen Osteoporoseprozess begünstigen, gehören neben dem hohen Alter, auch bei Frauen eine über die Gesamtbiografie betrachtet kurze Zeit der Empfängnisfähigkeit. Frauen mit später Menarche, früher Menopause, leiden deshalb erheblich häufiger an  Osteoporose, als solche wo das Hormon Östrogen länger wirken kann. Mangelernährung sowie Bewegungsmangel stellen weitere erhebliche Risikofaktoren für das Entstehen einer Osteoporose dar. So können z.B. Menschen, welche aufgrund einer längeren Erkrankung im Alter für einige Zeit bettlegrig sind, innerhalb kürzester Zeit eine schwere – in diesem Fall eher als sekundär anzusehende - Osteoporose (Inaktivitätsosteoporose) ausbilden. Grundsätzlich hat die Bewegung also eine vor Osteoporoseprozessen schützende Wirkung.


Es sind zwei Arten von Osteoporose zu unterscheiden:
1. Primäre Osteoporose
2. Sekundäre Osteoporose


Primäre Osteoporose

Die primäre Osteoporose kann in eine postmenopausale Osteoporose und in eine Osteoporose des höheren Alters (senile Osteoporose) unterteilt werden.

Bei der sogenannten primären Osteoporose, handelt es sich um eine Verminderung der Knochendichte am Skelett, mit der Folge vermehrter Knochenbrüche, ohne eine zugrundeliegende Grunderkrankung.

Postmenopausale Form
Diese Form, ist durch eine ausgeprägte Dynamik des Knochenabbaus geprägt.
Typisch sind Wirbelkörperfrakturen bzw. Deckplatteneinbrüche von Wirbeln mit akuten bewegungsabhängigen Schmerzen. Später kommt es meist zu einer Buckelbildung (Kyphose) der Brustwirbelsäule, mit Hautfalten am Rücken (Tannenbaumphänomen). Durch die Buckelbildung bedingt, kommt es zu einer Abnahme der Körpergröße, zunehmenden chronischen Schmerzen und Fehlbelastungen.

Osteoporose des höheren Alters
Hier kann eher von einem langsamen, schleichenden Prozess gesprochen werden, der sich nicht nur an der Wirbelsäule bemerkbar macht, sondern es sind vor allem auch die großen Röhrenknochen betroffen. Ein Oberschenkelhalsbruch ist typisch für diese Osteoporoseform.


Sekundäre Osteoporose

Sekundäre Osteoporoseformen treten gegenüber der primären wesentlich seltener auf und sind als Folge von vorangehenden Erkrankungen, hormonellen oder metabolischen Störungen sowie auch von Medikamenteneinwirkungen (z.B. der Einnahme von Kortisonpräparaten)  zu verstehen.


Therapie der Osteoporose
Neben einer medikamentösen Betreuung, sind die Bewusstseinsentwicklung, die gezielte Bewegung und die Ernährung tragende Säulen der Therapie.

Bewusstseinsentwicklung bei Osteoporose
Bis zum 30 Lebensjahr, verbindet sich das Bewusstsein immer mehr mit dem Körper und damit mit dem Leben. Danach sollte sich das Bewusstsein wieder mehr vom Körper lösen. Dies geschieht bei Osteoporosepatienten zu wenig. In den ersten 3 Lebensjahrzehnten, dominieren die der Erde zugewandten, verankernden, inkarnierenden Kräfte des Kalkes, die in der Folge von den formenden, strukturierenden, bewusstseinsfördernden Kräften des Kiesels ergriffen werden sollen.

Man könnte auch sagen in den ersten 3 Lebensjahrzehnten ist der Mensch mehr von Fremdeinflüssen (Erziehung, Familie, Gesellschaft) geprägt. Danach ist der junge Mensch aufgefordert das bisher in ihm angelegte weiter zu entwickeln, eine Neuorientierung im Leben (eigenen Standpunkt) anzustreben.

Der Kiesel wirkt auf den Kalk formend, so dass dieser auf eine richtige, genau bemessene Art und Weise in den Knochen hinein organisiert  werden kann. Eine kalziumreiche Ernährung mit Milch und Milchprodukten ist zu wenig, da der Kalk sich ohne die strukturierenden, formenden Kräfte des Kiesels ansonsten im Körper ablagert und nicht oder zu wenig vom Knochen aufgenommen werden kann. Damit jedoch der Kiesel seine formgebende, strukturierende „Dynamik“ im Körper richtig entfalten kann, bedarf es der Entwicklung eines schöpferischen, gestaltbildenden Bewusstseins.

Gezielte Bewegung
Die Balance zwischen Knochenaufbau (Osteoblasten-knochenaufbauende Zellen) und Knochenabbau (Osteoklasten-knochenabbauende Zellen) im Knochen wird ganz natürlich  gefördert, wenn eine Bewegung gegen einen ausreichenden Widerstand ausgeführt wird. Durch die Belastung wird der Knochen genau entsprechend seiner Funktion im Bewegungsapparat so aufgebaut wie es für die Ausführung der Bewegung notwendig ist. Je weniger sich der Mensch bewegt, desto mehr Übergewicht haben die knochenabbauenden Zellen, damit wird der osteoporotische Prozess, Kalk aus dem Knochen auszulagern in Gang gesetzt. Der Knochen büßt dabei an Substanz ein, wird porös und die Belastungsfähigkeit nimmt entsprechend ab. Eine Bewegung gegen Widerstand regt hingegen den Knochenaufbau an, ist für die Knochendichte förderlich und stärkt letztendlich den ganzen Bewegungsapparat.

Für das gesamte seelische und geistige Leben ist lt. Aussagen von Heinz Grill und Rudolf Steiner ein Widerstand im Leben außerordentlich wichtig und stärkend. Widerstände, Konflikte und Herausforderungen sind für die Entwicklung der Persönlichkeit und die ICH-Kraft besonders wertvoll.

Bei der gezielten Bewegung lernt der Betroffene, eine Bewegung im Sinne einer klaren gedanklichen Vorstellung auszuführen und nicht im Rahmen seiner Gewohnheiten zu bleiben. Dieses Zurücklassen der Gewohnheiten in einer Übung kann von einigen Widerständen begleitet sein. Ihre Überwindung ist jedoch sehr wertvoll und stärkend für die Entwicklung der Persönlichkeit.

Die folgenden Übungsbeispiele sind auch für ältere Menschen leicht ausführbar:

"Halbmond" im stehen ohne Dynamik "Halbmond" im stehen mit Dynamik -
gezielte Anhebung des Brustbereiches
 
Vorübung zur "Waage" -
Brust anheben ohne Dynamik

 

Vorübung zur "Waage" -
gezielte Anhebung des Brustbereichs

 

Ernährung bei Osteoporose
Grundsätzlich ist bei der Osteoporose auf eine ausreichende Versorgung mit Kalzium zu achten. Die oben angeführte Bewusstseinserweiterung ist aber erforderlich um das Kalzium in den Knochen hinein zu bringen.


    Quark (Topfen) mit Olivenöl und Frischkräutern
Kalziumquellen sind neben der Kuhmilch, Quark, Buttermilch, Käse und Yoghurt. Frische Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Majoran, Thymian, Basilikum oder auch junge Frühjahrskräuter sind ideal, da sie den Kalkstoffwechsel besonders anregen.
Auch über kalziumreiche Mineralwasser oder auch normales Wasser in dem Eier gekocht wurden kann dem Körper Kalzium zugeführt werden, vor allem dann wenn Milchprodukte weniger vertragen werden.

Bei den Getreiden, denen bei der Ernährung von Osteoporosepatienten eine ganz wichtige Rolle zukommt, sind vor allem die Hirse, Gerste und Roggen zu erwähnen. Im Gegensatz zu der eher undifferenzierten Fleisch- Kartoffel- und Tomatenlastigen Ernährung, welche heute zeittypisch geworden ist, bringen die Getreide im Allgemeinen ungleich mehr kieselartige Gliederungs- und Differenzierungskräfte mit sich, auf welche ja bei der Osteoporose geachtet werden sollte. Durch die Ernährung mit besonders kieselreichen Getreidesorten wie Hirse, Gerste und Roggen können die strukturierenden, formgebenden Kräfte, in Verbindung mit einer Erweiterung des Bewusstseins, den abbauenden Kräften am Bewegungsapparat am besten entgegenwirken.

Neben all den genannten stofflichen Aspekten soll jedoch bei der Ernährung des Osteoporosepatienten auch ein besonderes Augenmerk auf die Differenziertheit und Feingliedrigkeit des Nahrungszubereitungsprozesses selbst gelegt werden. Die gegliederte Aufbereitung der Nahrung durch entsprechende Verarbeitungsprozesse und ein gutes Abstimmen mit Kräutern und Gewürzen, sowie auch ausreichende Möglichkeiten beim Essensvorgang selbst die Nahrung mit allen Sinnen wahrzunehmen tragen in nicht unerheblichem Maße zu den für den Osteoporosepatienten so notwendigen Differenzierungsprozessen im Organismus bei.




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© Rupert Wieder.....